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Alt 22.08.2009, 07:37   #2
Heinrich
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Registrierungsdatum: 26.10.2000
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Im letzten Jahr hat unser Kakadu mit den Verdauungsproblemen sich mehrmals heftig übergeben. Wir sind dann sofort zu unserem TA, der unseren Bestand kennt, unsere PDD-Problematik kennt und zudem als Papageien-TA bekannt ist.

Speedy wird geröntgt, und ich habe noch nie einen dermaßen aufgegasten Drüsenmagen gesehen. Auf dem Röntgen schien er nur noch aus Drüsenmagen zu bestehen.
Als heißer PDD-Kandidat war die Sache für den TA ziemlich klar; wir diskutieren seit dem Tod unseres ersten mit dem TA, ob nun PDD oder nicht. Ich hatte das Gefühl, dass er sich seiner jetzigen Diagnose absolut sicher war; sie würde ja auch 100% in das ganze bisherige Geschehen passen.

Trotzdem wollte er Speedy eine Nacht dabehalten und am nächsten Morgen nochmal röntgen.

Am nächsten Morgen sahen wir dann die beiden Röntgenbilder, die vielleicht 16 Stunden auseinander lagen, und unterschiedlicher hätten sie nicht sein können. Der Drüsenmagen völlig im Normalbereich, alles in Ordnung.

So kam es in einem gemeinsamen Gespräch zur Korrektur der Diagnose: Speedy hatte am Tag vorher eine halbe Stunde am Futternapf gesessen und sich schlicht und einfach überfressen. Der Grund dafür war wahrscheinlich ein Machtdemonstration den anderen Vögeln gegenüber.

Für mich war es die Bestätigung, dass ein erweiterter/aufgegaster Drüsenmagen nicht gleich PDD sein muss. Es gibt eine Drüsenmagendilatation (der erweiterte Drüsenmagen) und eine neuropathische/neuropathogene Drüsenmagendilatation (PDD, Macaw Wasting Disease); beide sind nicht zu verwechseln!
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g,
hein

... traue niemals einem Raptor - und erst recht nicht einem seiner Nachfahren.
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